Questico sucht Käufer
22 April 2007 | Rubriziert in: Gedanken, KartenlegenNa das sieht doch ganz danach aus, als wäre aus einer profitablen Sparte ein defizitäres Geschäft geworden? Wen wunderts, nachdem Spammbrüder die eigentlich korrekten und ehrlichen Abrechnungsmodelle der 0190- und Dialer-Nummern in Verruf und unsere glorreichen Politiker Gesetze in Umlauf brachten, die es dem Anrufenden ermöglichen, auf Teufel komm raus zu telefonieren, aber dann für die erbrachten Dienstleistung nix zahlen zu müssen.
Da denke ich mir doch, wenn solche Dinge schon die ganz kleinen Line-Betreiber in die Knie zwingt, wie sieht es dann mit den großen aus? Wie lange werden die wohl die exorbitant hohen Stornoraten aus der Portokasse bezahlen?
Kleines Rechenbeispiel: Gehen wir mal von 100% Auszahlung (also 0 Euro Storno) aus, so erwirtschaftete Kartenlegen mit 3 BeraterInnen rund 2000 Euro pro BeraterIn im Monat bei einer recht lockeren Arbeitszeit von 4 Stunden am Tag, einer 4-Tage Arbeitswoche. 6000 Euro pro Monat reiner Umsatz. Hochgerechnet aufs Jahr 72000 Euro vor Steuern und vor Abzug aller anderen Kosten.
Hätte nun Kartenlegen einen Beraterpool von 300 Mitarbeitern gehabt, hätten wir sage und schreibe 21.600.000 Euro Umsatz im Jahr gemacht, theoretisch wohlgemerkt.
Questico hat aber einen Pool von rund 2000 Beratern, die rein rechnerisch 2500 Euro pro BeraterIn im Monat Umsatz erwirtschaften. Im Jahr, laut Aussage 60.000.000 Euro. Nun sollte man aber auch wissen, das Questic kein straffes Preismodel hat, bedeutet, es gibt die unterschiedlichsten Preismodelle und Konditionen zu denen man sich beraten lassen kann. Auch sind 60/min. Gespräche in unserer Branche eher die Ausnahme geworden. Die erreicht man selten über eine Hotline, eher über privat geführte Nummern und einen exclusiven Stammkundenpool.
Macht also pro Questico-BeraterIn 625 Euronen in der Woche und bei einer 4 Tage Verfügbarkeit der BeraterIn 156 Euro am Tag. Setzt nun der/die Berater/in sein Preismodel so an das er/sie eine Auszahlung von 70 Cent haben möchte (keine Ahnung was dann der Anrufer zahlen muß, wohl so um die Euro 1,50.-) müsste er, wenn er/sie rein theoretisch immer 60/min. Gespräche hat ebenfalls rund 4 Stunden am Tag arbeiten. Reine Arbeitszeit versteht sich. Die Verfügbarkeit, also die Zeit in der die BeraterIn online eingeloggt und für den Kunden wirklich verfügbar sind, ist sehr oft um ein vielfaches höher.
Und das alles wie schon geschrieben immer unter dem Blickwinkel der 100% Auszahlung - das also alle Menschen die diese Dienstleistungen in Anspruch nehmen auch brav ihre Rechnung bezahlen. Ich weiß nicht wie das bei Questico ist, aber ich glaube im Stornofall springt Questico wohl bei der Auszahlung ein - und ich möchte nicht wissen wie hoch deren Stornoquoten sind…
Was ich damit sagen will ist ganz einfach, es ist ein Knochenjob andern Menschen eine “Lebensberatung” angedeihen zu lassen - und für diesen Job wird man unter dem Dach der deutschen Gesetze dann auch noch bestraft.
Reich wird man dadurch sicher nicht, Idealist muß man sein und noch so vieles mehr…
Zitat PR inside: Das Berliner Astro-Unternehmen Questico steht offenbar zum Verkauf. Der Konzern, der einen Großteil der deutschen Boulevardblätter mit Horoskopen beliefere und den TV-Kanal Astro TV betreibe, habe bei einer Investmentbank die Prüfung einer Veräußerung in Auftrag gegeben, berichtet das Hamburger Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» am
Samstag vorab. Zu den Interessenten gehörte nach Angaben des Blattes der Springer-Verlag, der derzeit auf der Suche nach Investitionsmöglichkeiten im TV- und Internet-Geschäft sei. Im Verlag hieß es aber, Springer habe sich schon wieder zurückgezogen, weil der Kaufpreis zu hoch gewesen sei. Auch Burda sei nach anfänglichem Interesse abgesprungen, schreibt der «Spiegel» unter Berufung auf Beteiligte.
via Lilith
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