Neue Regeln für 0900 Nummern, Telefonauskunft, SMS und Roaming

31 August 2007 | Rubriziert in: Internet

Der Gesetzgeber definiert Preisangaben neu und die Mobilfunk-Netzbetreiber haben EU-Tarife eingeführt. Ab dem 1. September gelten neue Regeln für Infodienste in der Telekommunikation. Zudem haben die Mobilfunk-Netzbetreiber ihre Kunden auf die neuen EU-Tarife für Gespräche im Ausland umgestellt. Für Auskunftsdienste, Info-SMS und andere Mehrwertdienste hat der Gesetzgeber die obligatorischen Preisangaben neu definiert. Bei telefonischen Auskunftsdiensten etwa werden die Kosten künftig nicht nur in der Werbung genannt, sondern auch zu Gesprächsbeginn angesagt. Für SMS-Dienste ab zwei Euro pro Nachricht gelten strengere amtliche Auflagen: Hier müssen Kunden eine Vorab-Nachricht mit nochmaliger Preisangabe abwarten und diese bestätigen. „In manchen Fällen wird die Nutzung innovativer Services umständlicher“, kommentiert BITKOMPräsident Prof. August-Wilhelm Scheer. „Unter dem Strich hat die Bundesregierung aber eine praktikable Lösung gefunden.“ Die günstigen und beliebten Call-by-Call-Verbindungen bleiben, wie von BITKOM gefordert, von zusätzlichen Auflagen verschont.

Hier ein Überblick zu den Neuerungen in der Telekommunikation:

Telefon-Infodienste und Firmen-Hotlines
Für Infodienste wie die Telefonauskunft gilt jetzt einheitlich: Die Kosten müssen nicht nur in der Werbung genannt, sondern ab zwei Euro pro Minute zu Gesprächsbeginn nochmals angesagt werden. Das trifft auf Nummern zu, die mit 118 oder 012 beginnen, sowie auf manche Mobilfunk-Sprachdienste. Auch bei zeitunabhängigen Tarifen ab zwei Euro werden die Kosten am Anfang der Verbindung angesagt. Für Hotlines, die mit 0180 anfangen, gilt die Ansagepflicht nicht. Sie kosten höchstens 20 Cent pro Minute aus dem Telekom-Festnetz. In Werbematerialien muss aber auch bei solchen Nummern der Tarif zwingend genannt werden, wie es in der Praxis bereits seit langem üblich ist.

SMS-Infodienste
Für SMS-Infodienste gelten künftig ähnliche Pflichten wie für die Telefonauskunft. Ab zwei Euro muss der Preis in einer vorgeschalteten Textnachricht angezeigt werden. Das macht etwa die Nutzung von SMSSportnachrichten oder Stau-Infos transparenter, aber auch umständlicher. Auch hier muss der Tarif ohnehin in der Werbung genannt werden.

Roaming – Telefonieren im Ausland
Die Netzbetreiber haben die neuen EU-Regeln zum Telefonieren im Ausland umgesetzt. Sie sehen vor, dass abgehende Telefonate maximal 58 Cent und ankommende Gespräche bis zu 29 Cent kosten dürfen. Die meisten Kunden wurden automatisch auf die neuen Tarife umgestellt. Ausgenommen sind Nutzer, die Sondertarife fürs Roaming gebucht haben. So hatten viele Anbieter zur Urlaubssaison günstige Angebote geschaffen. Dort liegen die Minutenpreise teils unter den EU-Vorgaben. Der BITKOM vertritt mehr als 1.000 Unternehmen, davon 850 Direktmitglieder mit 120 Milliarden Euro Umsatz und 700.000 Beschäftigten. Hierzu zählen Geräte-Hersteller, Anbieter von Software, IT- und Telekommunikationsdiensten sowie Content.

Quelle: BITKOM (www.bitkom.org)


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