Liebe im Doppelpack

15 Mai 2008 | Rubriziert in: Kartenlegen

Moderne Zeiten bringen eine Menge neuer Anforderungen an die Gesellschaft mit sich. Lebensabschnittsgefährten sind der Trend und da bleibt es nicht aus, dass Kinder immer häufiger nicht mit beiden Eltern zusammen leben und sich diese Eltern auch noch einen neuen Partner suchen. Doch das kann ein echtes Abenteuer werden, wenn die lieben Kleinen damit nicht einverstanden sind.

Ursula, eine sehr gepflegte und anspruchsvolle Steinbock-Frau lebte nach ihrer Scheidung mit ihrem vierjährigen Sohn Phillip allein. Das lief ohne Probleme ab, solange sie sich Phillip widmete und ihr ganzes Augenmerk auf ihn richtete. Doch mit der Zeit vermisste sie doch die Nähe eines Mannes und entschloss nach einem Gefährten Ausschau zu halten. Die attraktive Ursula musste nicht lange suchen und der “Neue” war wohl ein echter Volltreffer. Alles lief prima, bis es daran ging Phillip an den neuen “Ersatzpapa” zu gewöhnen und ihn bei weiteren Treffen mitzunehmen. Doch das ließ sich Phillip, der kleine Krebs, nicht so ohne weiteres gefallen. Schon als ihn Bernd (der neue Freund seiner Mutter und Wassermann seines Zeichens) begrüßte, drehte er schmollend den Kopf zur Seite und weigerte sich danach standhaft ihn anzusehen oder mit ihm zu reden. Anstatt dessen hing er wie eine Klette an Ursula und wich ihr nicht von der Seite. Diese Strategie baute er bei allen weiteren Begegnungen aus, so dass es bald klar wurde: Eine neue Beziehung würde nur ohne Phillip funktionieren und das war für Ursula nicht denkbar.

Auch bei Horst waren die Kinder zunächst Anlass eine neue Partnerschaft zu vertagen. Mit seinen beiden halbwüchsigen Kindern (Fritz, 13 Jahre und Anna 14 Jahre) lebte er schon seit drei Jahren allein zusammen. Horst, der praktische Jungfrau-Mann meisterte seinen Alltag als allein erziehender Vater nach seiner Scheidung sehr gut. Auch wenn ihm seine “Teenager” schon so manchen Nerv kosteten, der Zusammenhalt war in den letzten Jahren gewachsen. Nach einer ziemlich unguten Trennung von der Mutter orientierten sich die Kinder um so mehr an ihrem Vater. Als sich Horst dann doch in eine neue Arbeitskollegin verliebte, nahm das ganze seinen Lauf: Seine Tochter Anna färbte sich in jeder Woche die Haare in einer anderen Farbe, sie kam nicht zur verabredeten Zeit am Abend nach Hause und die Noten wurden mit einem Schlag schlechter. Sein Sohn Fritz machte der neuen Freundin seines Vaters ganz offen klar, dass er auf ihre Anwesenheit keinen Wert legte: “Hau doch ab”, oder “Wir brauchen dich hier nicht!” waren noch die harmloseren Aussagen. Doch Mareike, die Stier-Frau, gab nicht auf: “Ich hatte so lange darauf gewartet, einen Mann wie Horst zu treffen. Da wollte ich die Flinte nicht so schnell ins Korn werfen. Ich gab mir und den Kindern einfach mehr Zeit und ich wusste, das meine Chance kommen würde.” So war es auch. Als Horst unerwartet einige Tage ins Krankenhaus musste, übernahm Mareike bei Fritz und Anna das Kommando. Sie schmiss den Haushalt, kochte und wusch die Wäsche. Am dritten Tag ließ sich Fritz sogar bei den Hausaufgaben helfen. Obwohl er wieder sagte: “Bilde dir jetzt bloß nichts ein, weil du mal aushelfen durftest “, wusste Mareike, dass der Damm gebrochen war. Dieses Standvermögen hatte der Stier-Frau geholfen und am Ende auch die Kids überzeugt.

Vollkommen anders lief es bei Thomas und Gisela ab. Beide waren allein erziehend und hatten auch allerhand schwierige Erfahrungen auf der Suche nach geduldigen Partnern gemacht. Kinder können ein Handicap sein, es muss aber nicht so kommen. Der Zwillinge-Mann und die Waage-Frau brachten jeweils ein Kind mit: Thomas brachte Johnny mit und Gisela hatte Svea im Schlepptau. Und das klappte auf Anhieb. Man bildete eine Patchwork-Familie in Windeseile und bereut es auch heute nicht einen Tag: “Wir hatten so viel Glück, dass sich auch unsere Kinder sofort sympathisch waren. Die Voraussetzungen waren so optimal, dass wir und nach einem halben Jahr schon alle zusammen ein gemeinsames Häuschen suchten.” Ob es wohl daran lag, dass Svea ein Zwillinge-Mädchen und Johnny ein Waage-Junge ist? Also genau die umgekehrte Version von ihren Eltern? Mag sein, denn diese Sternzeichen gehören auch zu den flexibelsten und anpassungsfähigsten Typen im Tierkreis.

Leider gibt es auch eine Menge Partnersuchende, die von vornherein keinen Partner mit Kind haben möchten. Das Risiko in unvorhergesehene Schwierigkeiten zu geraten, ist so manchem einfach zu groß. “Ich will doch nicht ständig mit meinem Vorgänger verglichen werden oder gar an jedem Wochenende mit ihm konfrontiert werden”, sagt Ben, ein Schütze-Mann, ganz bewusst. “Ich habe das einmal mitgemacht und würde mich auf so etwas nie wieder einlassen.”

Stefanie, die bescheidene Jungfrau, sieht es von einer vollkommen anderen Seite: “Ich würde mir sogar einen Partner mit Kind wünschen, da ich selbst keine Kinder bekommen kann. Also, was könnte mir besseres passieren?”

“Es gibt so mannigfaltige Gründe, warum eine Partnerschaft nicht funktionieren kann, ” stellt Maria ganz klar fest. ” So mancher Typ benutzt das Kind nur als Ausrede, um sich auf unkomplizierte Weise vom Acker zu machen. Auf so einen Mann kann ich dann ohnehin großzügig verzichten. Ein Typ, der mich wirklich liebt, der wird es auch in Kauf nehmen, dass ich schon eine Tochter habe. Wer das nicht tut, der kann mir gestohlen bleiben.” Maria, eine starke Skorpion-Frau steht mit dieser Meinung sicher nicht allein. Allein erziehende Eltern sind sich nämlich fast alle einig, dass sie sich wegen einer neuen Liebe nicht von ihrem Kind entfremden lassen würden. Da scheint der natürliche Instinkt doch größer zu sein, als alles andere. Außerdem stellt wahre Liebe doch keine unerfüllbaren Ansprüche, oder?

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