SZON Interview mit Kartenlegerin Bärbel Köhler

23 Juni 2008 | Rubriziert in: Gedanken

Normalerweise kratzen mich solche Interviews, wie sie die Mitarbeiterin der SZ Frau Anita Metzler-Mikuteit mit der Kartenlegerin Bärbel Köhler geführt hat nicht sonderlich, es sind eh fast immer die gleichen Sätze die die Zunft so von sich gibt. Also im Grunde für mich 08/15, gleiche Fragen, gleiche Antworten und wie bei vielen anderen aus der Branche, so ist auch Frau Köhler zum Kartenlegen gekommen, wie die Jungfrau zum Kinde - allerdings und das muss man schon fairerweise sagen, hebt sie sich damit jedenfalls wohltuend von jenen ab, die schon in frühester Jugend ihre spirituellen Fähigkeiten entdecken und das fast immer so früh, das man meinen könnte, sie hätten ihre eigene Geburt “vorhergesehen”.

Ob es allerdings psychologisch klug ist, immer die Wahrheit zu sagen, kann und muss jeder jeder für sich selbst entscheiden - es gibt Momente da sollte man es besser bleiben lassen, sehr ernste Gesundheitsprobleme fallen auch in diesen Bereich.

Was mich aber immer wieder stört, sind solche, wie auf Seite 2 des Interviews gemachten Aussagen:

Zitat:
Frage: Sie sind also gläubig?

Bärbel Köhler: Ich glaube ganz fest an Gott und spreche oft mit ihm. Ihm kann ich zu hundert Prozent trauen, und er hat mir bisher immer geholfen.

Seltsam nur das schon das Deuteronomium (18,9-12) dazu folgendes ausführt:

“…niemand finde sich bei dir, der Wahrsagekünste, Zeichendeuterei, Geheimkünste und Zauberei betreibt; niemand der Bannungen vornimmt, einen Totengeist oder Wahrsagegeist befragt oder Auskunft bei den Toten sucht. Denn ein Gräuel vor dem Herrn ist jeder, der solches tut.”

Das Deuteronomium ist einem gläubigen Christen doch ein Begriff, oder? Wie passt das dann zusammen? Der geneigten Leser mögen das bitte nicht falsch verstehen, von mir aus können sie machen was sie wollen, die Runensteine auf dem Jesusbild auswerfen, oder über dem Kruzifix pendeln, mir ist das egal…

Aber man sollte sich beim Kartenlegen nicht auf Gott berufen, oder etwa christliche Handlungen, wie das beten miteinbeziehen.

Entweder ist man gläubiger, praktizierender Christ/in, oder man legt die Karten, sieht in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft - aber beides zusammen geht imho einfach nicht.

Das SZON Interview: “Die Zukunft vorauszusagen, hat viel mit Intuition zu tun.” zum nachlesen.

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