Das Kartenlegen und die Bilder- oder Märchenbücher 3

8 Juli 2008 | Rubriziert in: Gedanken

Im Internet, in dem sich tausende Kartenleger und Kartenlegerinnen tummeln und mit ihrem Schein-, Halb- und Nichtwissen um sich werfen, sind mir aber einige wenige Kartenleger und Kartenlegerinnen sehr positiv aufgefallen. So wie jene die Karten lesen, ist das sehr eigenwillig, fast akribisch aber - zumindest für sie wie es scheint, genau richtig.

Sie gehen einen völlig eigenen Weg, betrachten die Bilder ganz anders als das die tollen Buchautoren in ihrer Schablonenhaftigkeit machen. Das ist Ausdruck von Mut, das ist Ausdruck ihrer Betrachtungsweise, ihres eigenen Wesens, wie sie mit ihren Wesen kommunizieren - und genau das meine ich. Bezogen auf diese Betrachtungsweise erlaube ich mir nun exemplarisch mal einfach einen Schritt weiter zu denken: Ich unterstelle ihnen theoretisch, dass ihnen die schiefen Stufen bei der Karte Besuch bei einer Legungen plötzlich in´s Auge stechen und sie zu einer besonderen Aussage bringen. Bei einer anderen Legung sind vielleicht genau diese schrägen Stufen “völlig wertlos” sie achten vielleicht auf ganz was anderes - man könnte sagen: Einfach zufällig… Auf diese Weise, also wenn man es nur laufen lässt, ohne die Verkrampftheit etwas lesen zu müssen, dann hat man erst die Chance weiter zu kommen.

Man steht ja nicht unter dem Druck beim Kartenlegen etwas aus den Karten lesen zu müssen, man kann ja auch sagen: Ich sehe nichts! Dieser kleine Satz zeugt aber von wirklicher Größe!

Kartenlegen Seminare

Ich halte Seminare dann für den größten Schwachsinn, wenn man versucht sogenanntes Wissen über die Karten, oder “Intuition” an Schüler zu vermitteln. Dieses schon o.a. “Wissen” kann man sich aus dem Internet gratis runterladen oder man liest halt diese mehr oder weniger lustigen Bilder- bzw. Märchenbücher sogenannter “Spezialisten”. Zum Glück sind diese Bücher genau so billig wie deren Inhalt.

Das Kartenlegen ist leider sehr oft eine verlogene Geldmacherei von Leuten die es entweder a) gar nicht beherrschen, oder b) vorgeben, es dem Klienten gut zu meinen. Ausdrücklich sei betont, dass die wenigen die das wirklich können, derartig intuitiv antworten, dass überhaupt keine Zeit und kein geistiger Raum für Überlegungen bleiben, ob sie dem Fragenden eine ehrliche Antwort überhaupt zumuten können. D.h. so einer ist in einem Zustand der “konzentrierten Gedankenfreiheit”. Vorher hat er/sie sich das Bild genau eingeprägt und “lässt dann die Dinge laufen” ohne die Konzentration zu verlieren. Was dabei herauskommt kann etwas ganz anderes sein, als das was er/sie gedanklich erarbeiten würde. So und hier trennt sich die Spreu vom Weizen.

Wie schon oben erwähnt ist es auch absolut nicht die Aufgabe einer Kartenlegerin, eines Kartenlegers die Verantwortung für Antworten auf Fragen zu übernehmen, für die jemand noch dazu Geld bezahlt. Ich denke jeder der dafür bezahlt hat einen wirklichen Anspruch auf Ehrlichkeit und nicht auf irgendwelche hanebüchenen Konstrukte. Wenn man in einer anschließenden Funktion dann in lebensberatender Weise versucht dem Menschen zu helfen, ist das schon okay, aber das sind eben zwei völlig verschiedene Dinge.

Was also will man nun bei Seminaren lehren?

Ich weiß was Sinn machen würde, aber das hat nichts mit dem Kartenlegen an sich zu tun. Dazu muss man anerkennen, dass das Kartenlegen (will man es denn wirklich können) nur eine Ausdrucksform ist, dieses Können ist das Resultat eines inneren Prozesses. Die Karten selbst sind so unwissend wie das Stück Pappe auf dem sie gedruckt sind. Und nur darum kann es bei seriösen Seminaren gehen. Allerdings würde es auch ausreichen einen Yogakurs oder andere Kurse zu besuchen, die Techniken lehren sich zu konzentrieren, Gedankenfrei zu werden, eintauchen zu können und vor allem selbst frei zu sein, von Projektionen zum Beispiel.

Ein in dieser Form geschulter Mensch legt ganz anders Karten. Beispielsweise können spezielle Atemtechniken sehr hilfreich sein sich schnell zu zentrieren. Um wirklich etwas Vorhersehen zu können, sollte man mehrdimensional arbeiten, (Sport, Ernährung etc.) oder man gibt sich mit jenen Worthülsen zufrieden, die die Illusion vermitteln, dass man hellsichtige Fähigkeiten hat. Es ist heutzutage modern Hexe oder Zauberer, Schamane, Engel-Medium, Erzengel-Medium oder so was ähnliches zu sein, viele umgeben sich gerne mit dieser pseudogeheimnisvollen Note, allerdings auf meist völlig substanzlose Weise. Dadurch hat das ganze Kartenlegen, Wahrsagen etc. dieses berechtigtermaßen schlechte Image leider auf Kosten jener die wirklich was drauf haben.

Allerdings: In dieser Branche gibt es tatsächlich ein paar ganz, ganz wenige Meister, Frauen und auch Männer, die einfach so vom Himmel gefallen sind. Ich bin leider keiner von denen.

Hier geht es zu den vorherigen, zwei Teilen: Das Kartenlegen … Teil 1 und Das Kartenlegen … Teil 2

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