Zigeunerkarten 28 bis 36
Beschreibung der Zigeunerkarten beim Kartenlegen.
Die Zigeunerkarten: № 28 - Tod
- etwas aus Vergangenheit, oder Gegenwart muss beendet werden
- etwas beenden um mit Neuem beginnen zu können
- symbolisiert ein Ende, einen Abschluss mit etwas
- Anfang und Ende liegen nah beieinander
- deutet auf latente Gefahren hin
- den Tod im herkömmlichen, körperlichen Sinn bedeutet diese Karte NICHT
Eine mittelalterlich und bedrohlich dunkel anmutende Darstellung des personifizierten Todes, der die Sanduhr als Symbol der unwiderbringlich verrinenden Zeit in seiner knochigen Hand hält. Alles Leben scheint abgestorben, der Strauch trägt keine Blüten oder Blätter, die hinter dem Gerippe liegende Landschaft gleicht einer baumlosen Wüste.
Diese Endzeitstimmung ist prägend für die Bedeutung der Zigeunerkarte Tod. Für den Fragesteller ist dies aber nicht gleich bedeutend mit dem körperlichen Tod, sondern kann darauf hindeuten, dass eine bestimmte Situation endgültig zu Ende geht und so der Weg für etwas Neues frei wird. Dahinter kann sich ebenso das Ende von problematischen Partnerschaften oder Freundschaften, wie auch die Beendigung eines bedrückenden Arbeitsverhältnisses verbergen. Hier muss beim Kartenlegen genau darauf geachtet werden, was die umliegenden Karten für Hinweise geben. Immer ist mit dem Ende dieser Situationen aber eine sehr einschneidende Veränderung im Leben des Fragenden verbunden, was sicherlich häufig nicht ganz leicht ist.
Die Todeskarte ist eine Schicksalskarte, die auf den Einfluss höherer Mächte auf unser Leben verweist. Sie deutet nicht nur darauf hin, dass etwas abgeschlossen wird, sondern kann auch ein Hinweis darauf sein, dass Gefahr im Verzug ist. Dies kann sich ebenso auf den gesundheitlichen, zwischenmenschlichen wie beruflichen Bereich beziehen. Hier müssen die benachbarten Zigeunerkarten beim Kartenlegen berücksichtigt werden.
Die Zigeunerkarten: № 29 - Traurigkeit
- etwas aus Vergangenheit, oder Gegenwart bedrückt
- eventuell traurige Frau
- Kummer und Sorgen haben
- Tränen vergießen
- Seele ist belastet, Altlasten
Mit in sich gekehrtem, zu Boden gesenktem Blick sitzt diese Dame im Empiregewand auf einer lauschigen Veranda. Sie scheint von der Außenwelt nichts wahrzunehmen. Die Zigeunerkarte Traurigkeit verweist auf genau diese Begleiterscheinung von bedrückenden Situationen. Häufig ist es so, dass die Betroffenen nur noch die sorgenvollen Aspekte ihres Lebens wahrnehmen.
Hier gibt ein altes chinesisches Sprichwort wunderbar wider, was die Karte Traurigkeit dem Fragesteller vermitteln möchte: “Die Vögel des Kummers und der Sorge mögen um dein Haupt kreisen, aber du kannst verhindern, dass sie darauf Nester bauen.” Tränen und Kummer lassen sich manchmal einfach nicht verhindern, sie gehören zum Leben dazu. Aber wie wir mit diesen Bedrückungen umgehen, ob sie uns - wie bei der Frau auf der Karte - dazu veranlassen, dass wir uns ganz in uns zurückziehen und keinen Blick mehr für etwas anderes haben, oder ob sie uns dazu veranlassen über die Ursachen und Zusammenhänge der Situation nachzudenken, das ist unsere Entscheidung.
Die Zigeunerkarte Traurigkeit kann beim Kartenlegen auch ein Hinweis darauf sein, dass der Fragesteller noch nicht erkannt hat, dass bestimmte Umstände ihn viel mehr belasten als er bis dahin dachte. Auch hier ist es dann sinnvoll sich tiefer mit der Situation auseinander zu setzen, um zu einem positiven Umgang finden zu können.
Die Zigeunerkarten: № 30 - Treue
- ein guter treuer Freund, oder treue Freundin
- etwas, oder jemand ist sehr anhänglich
- kann positiv aber auch negativ gedeutet werden
- etwas, oder jemand wird man so schnell nicht los
“Des Menschen bester Freund ist sein Hund” ist ein Sprichwort, das auch im 19. Jahrhundert als Synonym für Treue und Anhänglichkeit stand. Der Hund, der seinem Besitzer bis zum Grab folgt und darauf Wache hält, ist das zu Herzen gehende Bild dieser Zigeunerkarte. Wer solche Treue erfährt, kann sich glücklich schätzen.
Hinter der Karte Treue können sich beim Kartenlegen verschiedene Aspekte verbergen. Vor allen Dingen kann sie natürlich die Qualität von menschlichen Beziehungen, oder den Charakter des Fragestellers näher beleuchten. Treue Freunde in der Not sind etwas, das man nicht hoch genug schätzen kann. Glücklich der Fragesteller, in dessen Kartenlegung die Zigeunerkarten auf derlei Konstellationen verweisen. Treue in ihrer negativen Ausprägung kann aber auch etwas Belastendes sein. Neudeutsch nennt man Menschen, die zumeist Promimente auf äußerst unangenehme Art verfolgen, Stalker. Vielleicht ist der Fragesteller auch mit derartigen Zeitgenossen konfrontiert, die seine Bewegungsfreiheit mit ihrer Anhänglichkeit einschränken.
In diesem Zusammenhang werden beim Kartenlegen die umliegenden Karten darüber Aufschluss geben, was hier sinnvollerweise zu tun ist. Die Zigeunerkarte Treue kann aber nicht nur für (über-)anhängliche Menschen, sondern auch für lebenslang begleitende Umstände liegen, die der Fragesteller einfach nicht hinter sich lassen kann. In der Legung wird hier sicherlich ein Hinweis darauf gegeben, was der Ratsuchende tun kann, um die Umstände zu verändern.
Die Zigeunerkarten: № 31 - Unglück
- Vorsicht ist geboten
- ein negativer Prozess läuft ab
- Unglück im allgemeinen
- auch Schwierigkeiten im großen Ausmaß
- Warnung vor Gefahr
Zwei Feuerwehrmänner bekämpfen den Brand in einem lichterloh brennenden Haus, aus dessen Eingangstür eine Mutter mit einem Kind auf dem Arm verzweifelt nach Rettung Ausschau hält.
Wenn diese Karte in einer zentralen Position der Auslegung eines Fragestellers auftaucht, dann ist äußerste Wachsamkeit und Achtsamkeit in der nächsten Zeit angesagt, denn: Gefahr und Unglück sind im Verzug und zwar in erhöhtem Ausmaß. Ob und wie der Fragesteller diese Umstände abwenden kann, darüber geben beim Kartenlegen die umliegenden Zigeunerkarten Auskunft. Darum sollte ihnen gerade bei der Unglückskarte absolute Aufmerksamkeit beim Deuten gegeben werden, denn natürlich möchte der Betroffene alles in seinen Kräften Stehende tun, um Schwierigkeiten und Kummer in seinem Leben vorzubeugen.
Die Karte ist beim Kartenlegen auch ein Hinweis darauf, dass bei allen anstehenden Entscheidungen, zum Beispiel in finanziellen Dingen, höchste Vorsicht geboten ist.
Generell sollte die Zigeunerkarte ‚Unglück’ aber durchaus als Glücksfall verstanden werden, denn wer gewarnt ist, kann sich entweder auf eine kommende Situation einstellen, oder alles in seiner Macht stehende tun, um sie abzuwenden.
Die Zigeunerkarten: № 32 - Unverhoffte Freude
- eine Überraschung passiert
- etwas für die Person sehr Unerwartetes geht in Erfüllung
- die positive Entwicklung
- nicht zögern, zugreifen
- Herzlichkeit einer Person
- die positive Lebenseinstellung
Einem Geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Dieser zeitgenössische Spruch ist quasi Programm bei der Zigeunerkarte Unverhoffte Freude. Mit einer ausladenden Geste überreicht der Mann auf der Karte dem Betrachter eine Tasche, zu seinen Füßen stapeln sich die Dukatensäckchen.
Hinter der Unverhofften Freude kann sich beim Kartenlegen also durchaus ein unerwarteter Geldsegen verbergen, ebenso sind aber andere vom Fragesteller nicht erwartete Ereignisse möglich. Menschen, von denen man lange nichts mehr gehört hat, melden sich auf einmal wieder. Ein lang gehegter Wunsch geht völlig unerwartet und ohne eigenes Zutun in Erfüllung. Der Wunschpartner, mit dem der Fragesteller schon gar nicht mehr gerechnet hatte, taucht plötzlich auf.
Überhaupt ist diese Zigeunerkarte beim Kartenlegen ein Symbol der Lebensfreude und steht für positiven Grundstimmung im Leben. Dabei braucht der Fragesteller für all diese Umstände, Ereignisse oder zwischenmenschlichen Begegnungen in der Regel wenig bis gar nichts zu tun. Hier sind wieder die Schicksalsmächte am Werk, die Segen und Freude bewirken.
Die Zigeunerkarten: № 33 - Verdruss
- Streit und Ärger im Allgemeinen
- die Unzufriedenheit mit einer Situation, oder Sache/Ding
- großer Kummer und Sorgen einer Person
- in der Situation befindlich
Streit kommt in den besten Familien vor. Hier zeigt die Zigeunerkarte Verdruss einen Lehrherrn, der seinen Lehrling arg schilt. Egal, ob es den familiären, freundschaflichen oder beruflichen Lebensbereich betrifft, da wo Menschen aufeinander treffen sind Streit und Ärger vorprogrammiert. Die Verdrusskarte steht beim Kartenlegen aber nicht nur dafür, sondern weist auch auf schlimme Sorgen oder einen herzergreifenden Kummer hin, der den Fragesteller zu Boden drückt.
Je nach umliegenden Karten der Legung wird klar, wie sich die insgesamt Situation darstellt. Ist es ein kurzes heftiges Gewitter, nach dem aber die Situation als solche geklärt und bereinigt ist? Sind es anhaltende Sorgen, die nicht so schnell aus dem Weg zu räumen sind? Oder verbergen sich hinter der Verdrusskarte unter Umständen sogar Sorgen, die eine professionelle therapeutische Begleitung erforderlich machen? Das gesamte Kartenbild beim Kartenlegen gibt auch Aufschluss darüber, welches Verhalten in dieser Situation am sinnvollsten ist. Vielleicht ist es an der Zeit das Kriegsbeil zu begraben, vielleicht sollte man aber auch die Konsequenzen ziehen und eine unerfreuliche Situation endgültig hinter sich lassen.
Die Zigeunerkarten: № 34 - Verlust
- der Verlust im Allgemeinen
- ein größerer Mangel von etwas
- Unvorsichtigkeit bei Handlungen, aber auch Kommunikation zwischenmenschlich
- Du bist deines Glückes Schmied
- “Verlorengehen” von Energie
Um den Verlust im sprichwörtlichen Sinn zu verdeutlichen, zeigt diese Karte zwei Männer am Spieltisch. Nirgendwo liegen Gewinn und Verlust näher und existentieller beieinander als beim Glücksspiel. Auch das Leben ist ein Spiel, das uns manchmal vor Situationen stellt, in denen wir meinen den Boden unter den Füßen zu verlieren.
Nicht immer sind diese Umstände durch eigenes Zutun zustande gekommen, aber manchmal ist es auch unbedachtes Handeln, das uns in Schwierigkeiten bringt und zu Fehlschlägen führt. Die Frage, die diese Zigeunerkarte aufwirft ist, wie wir damit umgehen. Stecken wir den Kopf resigniert in den Sand, oder sagen wir entschlossen ‘Jetzt erst recht’ und kämpfen um eine Verbesserung? Genau mit diesen grundlegenden Fragen konfrontiert die Zigeunerkarte beim Kartenlegen den Fragesteller. Er soll seine Motivation und Flexibilität im Umgang mit verlustreichen Situationen überprüfen und sich darauf besinnen, dass er allein es in der Hand hat die Situation abzuwenden oder nachhaltig zu verbessern.
Die Zigeunerkarten: № 35 - Witwe
- ältere Person, weiblich
- als Person allein sein
- geschieden, verwitwet
- kaum Sozialkontakte
- traurige Selbstwahrnehmung
Eine alterslose, nonnenhaft wirkende Frau in Trauerkleidung, die einsam über einen Friedhof geht. Sie wirkt in sich gekehrt, ihr Blick ist zu Boden gesenkt. Häufig ist die Zigeunerkarte Witwe die Personenkarte für eine Frau, deren Lebensumstände durch bestimmte Ereignisse oder Begleitumstände stark geprägt sind. Dies kann zum einen eine Situation der Einsamkeit sein, die Witwenkarte kann aber auch auf einen Verlust, eine Trennung oder eine Ehescheidung hinweisen.
In jedem Fall aber beschreibt die Karte beim Kartenlegen eine weibliche Person, die ein zurückgezogenes und in sich gekehrtes Leben führt. Hier werden die umliegenden Karten darauf verweisen, ob die Zeit bereits gekommen ist, sich aus dem stillen Kämmerlein zu begeben und wieder in Kontakt mit der Welt zu treten. Sie werden auch aussagekräftigen Aufschluss darüber geben, welche begleitenden Einflüsse und Möglichkeiten dazu beitragen dies zu tun und in welcher Richtung das Leben der Fragestellerin künftig verlaufen wird. Wie immer ist das eigene Denken und Fühlen auch in einer solchen Situation der Zurückgezogenheit von entscheidender Bedeutung für mögliche und sinnvolle Veränderungsprozesse.
Die Zigeunerkarten: № 36 - Witwer
- ältere Person, männlich
- als Person allein sein
- geschieden, verwitwet
- kaum Sozialkontakte
- traurige Selbstwahrnehmung
Ein distinguierter älterer Herr steht mit gezogenem Hut vor einem Grabstein. Vielleicht ist dies der Grabstein seiner Frau, vielleicht deutet die Karte Witwer mit diesem Bildteil auch noch auf andere Aspekte im Leben eines männlichen Fragestellers hin.
Wenn die Zigeunerkarte Witwer im Kartendeck eine zentrale Position einnimmt, geht es um eine männliche Person, deren Lebensumstände derzeit nicht von einem ausgeprägten gesellschaftlichen Leben gekennzeichnet sind.
Einsamkeit und Abgeschiedenheit sind die beleitenden Faktoren in der aktuellen Lebensphase. Der Grabstein auf der Karte kann auf den Tod einer dem Fragesteller nahe stehenden Person verweisen, der ihn aus der Bahn, zumindest aber aus dem sozialen Umfeld geworfen hat. Natürlich muss die Karte nicht unbedingt die Personenkarte des Fragestellers sein, sondern kann beim Kartenlegen auch Lebensumstände verdeutlichen, die durch Alleinsein geprägt sind. Der Witwer kann auch der männliche Elternteil des Fragenden sein. Welche Deutung hier nun genau zutrifft, ergibt sich aus den umliegenden Karten und an welcher Stelle der Witwer im Deck auftaucht.
Bitte achten Sie unbedingt auf die Lizenzbedingungen!!!
